Yoga – Sport, Religion oder Lebenseinstellung?

Yoga – Sport, Religion oder Lebenseinstellung?

Yoga...

…ist es körperliche Ertüchtigung oder eine Religion? Oder steckt dahinter nicht etwas viel komplexeres, wie eine allgemeinen Haltung zum Leben?
Dieser Frage gehe ich in diesem Blogbeitrag nach und komme zu einer Antwort.


Yoga und Sport?

Für viele Menschen wird Yoga häufig mit einer reinen körperlichen Ertüchtigung in Zusammenhang gebracht – oftmals sogar als sportliche Aktivität.
Frauen tragen hübsche Yogapants, haben einen durchtrainierten, gelenkigen Körper und halten sich in atemberaubenden Posen, um bei Instagram besonders viele Likes zu ergattern.
Das hat mit Yoga per se wenig zu tun, ist aber in der heutigen westlichen Welt ein Trend geworden.

Was den meisten erstmal gar nicht bewusst ist: hinter Yoga steckt eine indische, 5000 Jahre alte Lebensphilosophie, die nach sehr langer mündlicher Überlieferung in vielen Schriften festgehalten wurde.
Die wohl bedeutendste altindische Schrift sind die Yoga-Sutren von Patanjali.


Yoga: Harmonie und Einheit

Übersetzen wir Yoga ganz wörtlich aus dem Sanskrit (eine der ältesten Sprachen der Welt), so bedeutet es: „Harmonie, Einheit“ — abgeleitet von „yui“: binden, vereinen, anjochen.
Gemeint ist die Verbindung des Körpers mit dem Geist und mit der Seele des Menschen — mit dem Ziel, mehr Harmonie zu empfinden und in Einheit mit sich und dem Größeren zu kommen.
Kurz gesagt ist Yoga der Weg zur Selbsterkenntnis — ganz egal, welchen Weg des Yoga man einschlägt. Denn Yoga ist weit mehr als die körperlichen Übungen (Asanas) alleine.


Der achtgliedrige Pfad

Dies wird ganz deutlich im achtgliedrigen Pfad von Patanjal:

ein Leitfaden über die acht Stufen des Yoga.
Wer diesen Pfad befolgt, kann Hindernisse und Herausforderungen im Leben überwinden, die den eigenen Geist aus der Ruhe bringen.

Die acht Stufen :

1) Verhaltensregeln zum Umgang mit der Umwelt (Yamas): keine Gewalt ausüben, nicht stehlen, nicht lügen, … (ähnlich wie die 10 Gebote)

2) Regeln zum Umgang mit sich selbst (Niyamas): Disziplin zeigen, sich pflegen, bescheiden sein,…

3) Körperliche Übungen (Asanas) — das sind die Übungen, unter welchen wir Yoga hier im Westen verstehen. Sie kräftigen den Körper und machen ihn geschmeidig. Sie sind aber lediglich die Vorstufe für die Meditation und damit nur ein Achtel der logischen Prinzipien.

4) Umgang mit dem Atem (Pranayama): durch bewusste Atmung können wir unseren Geist beruhigen und andersrum

5) Umgang mit den Sinnen (Pratyahara): wir ziehen unsere Sinne von außen nach innen (durch Visualisierungen, Affirmationen, Bodyscan). In der heutigen Zeit voller Reizüberflutung wichtiger denn je!

6) Konzentration auf eine Sache (Dharana): du bleibst auf eine Sache fokussiert und schweifst nicht ab (z.B. Blick auf einen Gegenstand, visuell oder geistig)

7) Meditation (Dyana): du denkst nicht mehr, alles geschieht mühelos wie im Flow

8) Einheitserfahrung (Samadhi): die Erleuchtung

 

Zusammengefasst hat Yoga das Ziel, frei von Gedanken zu werden und alle Sinne zu beherrschen. Der Weg zur inneren Freiheit.


Yoga und Religion?

Auch wenn die Wurzeln des Yoga im Hinduismus und Buddhismus liegen, wird Yoga von Menschen unterschiedlichster Weltanschauungen praktiziert.

Gerade heute hat sich Yoga an den Lifestyle der Menschen aus dem Westen angepasst.
Obwohl es früher in Indien noch den Männern vorbehalten war, Yoga zu üben (und damit war das Ziel gemeint, möglichst lange im Meditationssitz zu verweilen), wird heute Yoga hier im Westen hauptsächlich von Frauen praktiziert.

Seit 100-150 Jahren wurde diese Lebensphilosophie in die USA und später dann auch nach Europa gebracht.
Zahlreiche Strömungen und Yogarichtungen entwickelten sich, so dass heute für jedermann/ und -frau etwas dabei ist:
Ashtanga Yoga, Hatha Yoga, Jivamukti Yoga, Kundalini Yoga, Bikram Yoga, Vinyasa Yoga, Yin Yoga, etc. Und auch Spezialisierungen wie Yoga für Schwangere, Yoga bei Rückenbeschwerden, Yoga für Frauen, etc. seien hier zu nennen.

Für den einen mag Yoga das Ziel haben, den Körper zu kräftigen, für den anderen ist es eine Möglichkeit, Beschwerden zu heilen oder dem Gedankenkarussell zu entkommen.

Die Yogastunden, die wir heute in Studios und nun auch häufig online besuchen, bauen auf Hatha Yoga auf. Es werden Asanas geübt, aber auch Atmung, Meditation und Tiefenentspannung sind Teil der Stunden. In welchem Maß alle Teile geübt werden, ist abhängig vom Yogastil und dem/r YogalehrerIn.


Yoga: Balance und Transformation

eine Lebenseinstellung

Im Endeffekt haben alle Yogis und Yogins eines gemeinsam: sie wollen einen inneren Ausgleich schaffen und etwas in ihrem Leben verändern. Jeder möchte eine Leben in Balance führen und voller Leichtigkeit im Fluss des Lebens schwimmen.

Es kommt nicht darauf an, einen Zustand zu erreichen, sondern vielmehr auf dem Weg zu sein, auf dem man sich und das Sein immer besser verstehen lernt.

Für mich ist Yoga ein Lebensweg und eine innere Einstellung zum Leben geworden. Es zieht so unglaublich weite und positive Kreise in jede Richtung: den Umgang mit mir und meinem Körper, sowie mit Herausforderungen in meinem Leben und mit anderen Menschen, und das Entwickeln einer positiven Einstellung — all das lebe ich Tag für Tag immer bewusster, präsenter und voller Liebe.

Es wäre zu schade, wenn Yoga nicht für alle Menschen zugänglich wäre. Was jeder daraus macht, ist ihm selbst überlassen: ob das Üben der Asanas, Meditation, Fürsorge und Liebe zu sich und den Mitmenschen oder das Lernen einer inneren Gelassenheit in welcher Form auch immer — jeder Mensch sollte seinen Weg finden, um ein glückliches Leben führen zu können.

Damit alles leichter wird!

Zurück ins Gleichgewicht – zurück in den Fluss!

Yoga individuell für Dich

Wünschst Du Dir eine auf Dich abgestimmte Yoga-Sequenz?

Für eine virtuelle Privatstunde oder ein mehrteiliges Set werde ich auf Deine Wünsche und Bedürfnisse ganz individuell eingehen.

Damit Du in Dein Gleichgewicht findest.

Für ein Leben in Wohlbefinden und Balance.

Für eine positive Einstellung zum Leben.

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≈ COME INTO THE FLOW ≈

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